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Pressebericht zur Berufsorientierungsmesse September 2009

Kindergarten oder Krankenhaus, das ist hier die Frage

Berufskolleg Lise Meitner ermöglicht Schülerinnen und Schülern frühzeitige Spezialisierung.

Infos bei der BOMAH am 16. September Kreis Borken/Ahaus.

Was sie im Unterricht lernt, das kann Lisa Vennemann direkt in der Praxis anwenden. Dreieinhalb Tage pro Woche packt die 17-Jährige im St.-Georg-Kindergarten in Ahaus-Ottenstein mit an, anderthalb Tage lernt die Schülerin der 11. Klasse am Berufskolleg Lise Meitner in Ahaus. Im kommenden Schuljahr wird sie wieder Vollzeit zur Schule gehen. In einem Jahr hat sie dann – läuft alles glatt – die Fachhochschulreife in der Tasche.

Während Lisa vor allem pädagogisches Wissen büffelt, konzentriert sich Simon Büter auf medizinisches Knowhow. Der 17-Jährige absolviert die Praxisphase auf der Urologie-Station des Ahauser Krankenhaus – und hat damit ganz andere Ansprüche an den Unterricht als Lisa.

Damit beide Gruppen zu ihrem Recht kommen, hat das Berufskolleg am Standort Ahaus im vergangenen Jahr erstmals zwei getrennte Klassen eingerichtet, eine für die Fachrichtung Sozialwesen, die andere mit dem Fokus auf dem Gesundheitswesen.

Auch über dieses Angebot können sich Schülerinnen und Schüler auch am 16. September informieren. Dann findet an den drei kreiseigenen Berufskollegs in Ahaus die Berufsorientierungsmesse BOMAH statt. Die Fachoberschule für Sozial- und Gesundheitswesen bietet Jugendlichen die Möglichkeit, neben der Fachhochschulreife auch erste Praxiserfahrungen zu erlangen – und damit später die Ausbildung zu beginnen.

Die Lernphasen außerhalb des Kollegs können die Schülerinnen und Schüler im Kindergarten, aber auch im Krankenhaus, im Altenheim oder in der Arbeit mit Behinderten verbringen. „Die Rückmeldungen auf die neuen Spezialklassen sind durchweg positiv“, berichtet Schulleiterin Michaele Grote.

Angestoßen hat diesen Schritt Abteilungsleiterin Heidi Balkenhol. „Wir haben in den vergangenen Jahren gemerkt, dass der Unterricht nicht allen gerecht wird“, begründet sie die Spezialisierung.

Simon Büter und auch seine Klassenkameradin Christine Busen, die im Heilpädagogischen Kindergarten in Gronau arbeitet, profitieren von der neuen Ausrichtung. „Vier Stunden Erziehungswissenschaften pro Woche würden mir nicht viel bringen“, ist Simon überzeugt. „Aber im Fach Gesundheitswissenschaften lernen wir zum Beispiel Lagerungstechniken, die wir auch im Alltag anwenden können“, ergänzt die 17-jährige Christine. Dabei fallen die Spezialfächer der anderen in der Parallelklasse nicht unter den Tisch. Eine Stunde pro Woche Erziehungs- bzw. Gesundheitswissenschaften steht auch bei ihr auf dem Stundenplan.

Lisa Vennemann hat der Wechsel an das Berufskolleg einen echten Motivationsschub gegeben. „Jetzt sitze ich in der Schule und weiß, wofür ich das mache.“ Und wenn einmal der Schuh drückt, kann sie sich mit einer Lehrerin vom Berufskolleg besprechen, die sie regelmäßig im Kindergarten besucht. Im Kindergarten hat sie ausreichend Zeit, auch längere Projekte zu betreuen. Auch bei Klassenkameradin Kerstin Nienhaus, die im St.-Marien-Kindergarten in Ahaus arbeitet, ist die Lust am Lernen in den vergangenen Monaten gewachsen. Ursprünglich hatte sie den Plan, nach einem Jahr eine Ausbildung zu beginnen, jetzt will die 18-Jährige beide Jahre durchziehen. „Ich habe gemerkt, dass das viel sinnvoller ist. Schließlich wird man anschließend auch mit dem Fachabi belohnt.“

Nach dem Abschluss im kommenden Jahr möchten Kerstin und Lisa eine Ausbildung zur Erzieherin anschließen. Und auch bei Simon ist das Ziel klar. Er strebt eine Ausbildung zum Krankenpfleger an.

Weitere Informationen zum Bildungsangebot des Berufskollegs Lise Meitner gibt es im Internet unter www.bklm-ahaus.de. Hinweis: Auf der Berufsorientierungsmesse „BOMAH“ der kreiseigenen Berufskollegs in Ahaus stellen etwa 60 Betriebe und Institutionen am 16. September rund 100 Ausbildungsmöglichkeiten vor. Zwischen 8 und 16 Uhr können sich Schüler und Eltern informieren. Über 3.000 Besucherinnen und Besucher haben sich bereits angekündigt. Einzelbesucher müssen sich nicht anmelden. Der Eintritt ist frei. Foto BKLM 3: Brechen eine Lanze für die Fachoberschule für Sozial- und Gesundheitswesen (v.l.): Abteilungsleiterin Heidi Balkenhol, Simon Büter, Schulleiterin Michaele Grote, Christine Busen, Lisa Vennemann und Kerstin Nienhaus.

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