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Presseberichte

Für einige Berufsschulklasse wird’s eng

24 Apr 2017

Mehrere Fachklassen im Kreis Borken haben zu wenige Schüler / Gemeinsam auf Lösungssuche

Kreis Borken. Bodo Ehling vom gleichnamigen Blumenhaus in Velen-Ramsdorf ist unglücklich. Unglücklich darüber, dass seine Floristinnen-Azubis künftig wohl nicht mehr zur Berufsschule ins nahe Stadtlohn fahren können, sondern ins viel weiter entfernte Münster müssen. Und Lehrherr Ehling steht mit diesem Problem nicht alleine da.
Auch Betriebe im Kreis Borken, die Friseure ausbilden, Konditoren, Fleischer oder Betonbauer kennen das: Weil es in diesen und anderen Berufen zunehmend weniger Azubis gibt, droht Berufs-Fachklassen mangels ausreichend Schülern das Aus. Statt – wie die Floristinnen aus dem Kreis – zum Berufskolleg Lise Meitner nach Stadtlohn fahren zu können, zum Berufskolleg nach Ahaus oder Borken, müssen die jungen Mitarbeiter nach Münster oder sonst wohin.
„16 ist die magische Zahl“, sagt Ehling, was man beim Kreis Borken bestätigt. Laut Schulgesetz NRW liegt die Mindestgröße bei je 16 Azubis in Unter-, Mittel- und Oberstufe, also 48 insgesamt. Weist eine Klasse weniger als 16 Schüler auf, kommt der Beruf in die „Frühwarnliste“. Bleibt das zweimal in Folge so, werden Schulen, Schulträger und Kammern / Innungen angehört. Bleibt die Mindestschülerzahl dreimal in Folge unter 16, droht die Schließung der Klassen zum nächsten Schuljahr. Dann werden auf höherer Ebene sogenannte Bezirksfachklassen gebildet.
Genau das droht aktuell den Floristen, die kreisweit fürs nächste Schuljahr nur 6 Ausbildungsverträge aufweisen könne und wo Mittel- und Unterstufe zusammen gerade einmal 15 Schüler haben. In anderen Teilen des Münsterlandes sei die Lage noch schlechter: In Münster gebe es gar keine Floristin im dritten Lehrjahr mehr, sagt Ehling, der die Qualität der Floristinnen-Ausbildung vor Ort gerne gesichert sähe. Eine Lösung für solche Fälle könnte sein, dass man Fachklassen verwandter Berufe in einigen Fächern gemeinsam unterrichtet. Das macht beispielsweise das Berufskolleg Borken, wo „grüne Berufe“ wie Garten- und Landschaftsgärtner, Staudengärtner und Azubis von Baumschulen teilweise gemeinsam „beschult“ wird, wie das im Amtsdeutsch heißt. Die Floristen aber passten da nicht so recht hinein, weil sich deren Unterrichtsinhalte von denen anderer „grüner Berufe“ zu sehr unterschieden, so Ehling.
Gleichwohl könnten solche gemeinsamen Projekte bei einigen anderen Berufen greifen, etwa bei Konditoren, bei denen die kreisweite Azubizahl unter 20 liegt und die eventuell gemeinsam mit den Bäckern unterrichtet werden könnten.
Lösungen für dies fände auch Christoph Bruns gut. Der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft ist sich mit den Vertretern seiner zahlreichen Innungen einig, dass „wir die Infrastruktur behalten wollen“. Für die Innungen sei es wichtig, die Regionalität zu erhalten – sprich die Berufsschul-Klassen möglichst vor Ort zu haben. Weil letztlich aber das Land über die Klassen entscheide, appelliere man in diese Richtung, sich für die Klassen vor Ort einzusetzen. Als Kritik will Bruns den Appell aber ausdrücklich nicht verstanden wissen. Er betont, dass die verlängerten Arme des Landes in Schulangelegenheiten, die Bezirksregierung und der Kreis, sehr wohl den Blick für die Region hätten und Lösungen und Kooperationen aufgeschlossen gegenüber stünden.
Obschon Arbeitgeber schon allein aus Gründen gesunkener Geburtszahlen künftig weniger Auszubildende zur Verfügung stünden, will Bruns die Lage auf dem Lehrstellenmarkt auch gar nicht zu pessimistisch sehen. Bei manchen Berufen wie Zimmerern, Tischlern oder der Haustechnik habe es nach Zeiten mit wenigen Azubis schließlich auch wieder deutlich steigende Klassengrößen gegeben.
„Die Demografie ist nicht veränderbar und die Übergangsquote auf weiterführende Schulen haben sich in den vergangenen Jahren dramatisch verändert“, verweist Bruns darauf, dass von den weniger werdenden Kindern auch noch mehr aufs Gymnasium und ins Studium drängen. Es sieht aber auch, dass die Handwerksbetriebe in den vergangenen Jahren deutlich mehr tun würden, junge Leute für ihre Berufe zu interessieren. „Da hat sich sehr viel getan“.
 

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