Presseberichte

Musik, Collagen und Informationen zum Welt-Aids-Tag

Veröffentlicht von Kolleginnen und Kollegen (reda-bklm) am 17 Dec 2010
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"Seit 25 Jahren lebt die Welt mit Aids. Unser Sohn war gerade geboren, als die Medien die Nachricht von der Krankheit verbreiteten", eröffnete Michaele Grote, Leiterin des Berufskollegs Lise Meitner den Abend. Da das Berufskolleg das Profil "Gesundheit" pflege, habe die Schülervertretung für den Welt-Aids-Tag die Aktion "Wir zeigen Schleife" vorbereitet. Dabei wurden die Schüler von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unterstützt. Darüberhinaus hatten es sich einige Schüler auch zum Ziel gesetzt, Mitschüler und Besucher der Ausstellung an einem von ihnen selbstgestalteten Info-Point über HIV und Aids sachkundig zu informieren.

350 HIV-Positive im Kreis

"Im Jahr betreuen wir durchschnittlich 80 HIV-Positive aus dem gesamten Kreis Borken. Laut einer Studie des Robert-Koch- Instituts sind es rund 350 Infizierte im Kreis Borken. "Diese Zahl erscheint uns auch sehr real", so Kai Funk, Vorsitzender der Aidshilfe Westmünsterland. Für die Veranstaltung konnte er den Braunschweiger Künstler Jean Luc gewinnen.

Luc wurde 1946 in der schweiz geboren. Seit 1978 lebt er als Lehrer in Deutschland. Er war Leiter eines Friedens- und Entwicklungsdienstes im Rheinland und Mitarbeiter der Braunschweiger Aids-Hilfe. 1978 erfur Luc von seiner Aids-Infektion. Bis 1992 schuf er für die Ausstellung im Schwulen Museum in Berlin 30 Fotocollagen zum Thema, die er für die Schau in Ahaus auf insgesamt 80 Collagen erweiterte.

"Das ich heute lebe ist ein großes Geschenk. Zehn Jahre kam ich bis zur Erkrankung ohne Medikamente aus. Seitdem lebe ich mit Kombi-Präperaten weiter. Das beste Mittel sich dagegen zu schützen, ist immer noch das Kondom. Selbst wichtige Männer erkennen das", so Luc in Anspielung auf den Papst unter großem Beifall.

Persönliche Aufarbeitung

Pädagogisch sei seine Ausstellung nicht, sondern eine ganz persönliche Verarbeitung seiner Homosexualität und seiner Krankheit. Von Lebensfreude bis zur tiefen Depression habe er alles eingearbeitet.

"Kunst war immer eine Seite von mir", berichtete Luc im Gespräch. In der Schweiz habe er Gedichte auf Französisch geschrieben. In Deutschland begann er mit Fotocollagen, indem er Zeitschriften und Kunstbände plünderte und sie zu Collagen verarbeitete. Der Surrealismus stand bei vielen Collagen Pate, während die Inhalte natürlich mit ihm, seinem Anderssein und der Gesellschaft zu tun hätten. "Kunst ist Freiheit. Ich bin mit Verboten groß geworden", erklärt er seinen Drang zur Kunst.

 

Zuletzt geändert am: 30 Jan 2011 um 13:42

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